Kategorie: Filme

  • Arrival [Review/Kino] – anspruchsvolle First-Contact Sci-Fi

    Arrival [Review/Kino] – anspruchsvolle First-Contact Sci-Fi

    Amy Adams in Arrival (2016)

    Mit Arrival kreiert Regisseur Dennis Villeneuve ein ganz eigenes Werk voller Wissenschaft und Emotionen und weicht damit von den altbekannten First-Contact Actionfilmen ab.

    An verschiedenen Orten auf der Erde landen 12 Raumschiffe. Um mit den Aliens zu kommunizieren, wird die Linguistin Louise Banks und ein Team von Wissenschaftlern beigezogen. Unter Ausschluss der Öffentlichkeit erhält sie den Auftrag herauszufinden, was die Aliens auf der Erde wollen. Keine einfache Aufgabe, da die Ausserirdischen eine total fremdartige Form der Sprache nutzen.

    Filme zum Thema Erstkontakt mit Aliens gibt es bereits Unmengen. Meist laufen aber gerade grosse Hollywood-Blockbuster am Ende doch nur auf eine Menge Actionszenen heraus. Regisseur Dennis Villeneuve geht einen anderen Weg und legt den Fokus ganz auf die Kommunikation mit den Aliens. Für einmal stehen keine Actionhelden, sondern Wissenschaftler im Zentrum.

    Die Aliens sind somit nicht einfach nur ein Gimmick für die nächste Actionsequenz. Was wäre, wenn man tatsächlich einer ausserirdischen Spezies begegnen würde? Regisseur Villeneuve erfasst sowohl die Faszination, als auch die Überforderung gegenüber dem Unbekannten meisterhaft in Bildern. Mit Unterstützung der grandiosen Musik von Jóhan Jóhansson versetzt er die Zuschauer in den Kopf von Louise. Bereits in Sicario (2015) arbeiteten Villeneuve und Jóhannsson zusammen und auch in Arrival erfassen Bild und Musik zusammen meisterhaft Emotionen und erzeugen Stimmungen.

    Dass Louises Gefühlsleben derart fassbar wirkt, ist aber auch Darstellerin Amy Adams zu verdanken. Von Louises anfänglicher Neugierde, über ihren ersten Schock bis hin zu ihrem langsamen Begreifen der fremdartigen Alienkultur trägt Adams den Film grandios auf ihren Schultern.

    Auch bei den Reaktionen der restlichen Welt stehen Elemente wie geleakte Bilder, Massenpaniken und Hetzvideos für Realismus statt überbordende Explosionen. Tatsächlich sehen sich die Wissenschaftler nicht nur vor der Herausforderung mit den Aliens zu kommunzieren, sondern auch unter immer stärker werdendem Druck durch internationale Konflikte und Kriegstreiber. Landeten die Raumschiffe doch verstreut überall auf der Erde und nicht alle Regierungen sind gleich offen gegenüber den fremden Besuchern.

    Am Ende ist Arrival aber auch ein Lobpreis auf die Wichtigkeit der Sprache, auf ihre oft unterschätzte Wirkung auf unser Denken und Handeln. Wie sie Wesen zusammenbringen und spalten kann. Nicht zuletzt nutzt Drehbuchautor Eric Heisserer auch geschickt bekannte Muster der Filmsprache aus, um seine Geschichte raffiniert zu erzählen.

    Fazit
    Sprachwissenschaft und Philosophie statt Actionfeuerwerk. Arrival ist ein Film über Erstkontakt, bei dem tatsächlich einmal der Kontakt mit den Aliens im Vordergrund steht. Villeneuve und Jóhannsson kreieren erneut eine fesselnde Kombination aus Cinematographie und Musik.

    4.5/5 Sterne

    Arrival läuft aktuell in den Schweizer Kinos.

    Arrival (2016), Regisseur: Denis Villeneuve, USA.

     

  • ARQ – Home Invasion in der Zeitschlaufe [Review]

    ARQ – Home Invasion in der Zeitschlaufe [Review]

    ARQ Filmszene

    Home Invasion meets Zeitreisen. Irgendwann in einer dystopischen Zukunft: Wissenschaftler Renton wacht neben seiner Freundin auf, als bewaffnete Männer sein Haus stürmen. Sie nehmen die beiden gefangen und wollen Geld. Was Renton da noch nicht weiss, er wird mehr als genug Chancen bekommen, das Szenario zu seinen Gunsten zu wenden. Findet er sich doch plötzlich in einer Zeitschlaufe gefangen, die mit seinem Tod immer von neuem beginnt.

    Die Idee ist natürlich nicht neu. Aber was bekannte Zeitschlaufen-Filme wie Groundhog Day oder sogar Edge of Tomorrow mit viel Humor würzen, nimmt ARQ als Grundriss für ein mehrschichtiges Thriller-Spiel.

    Renton muss nämlich nicht nur überleben, sondern kommt mit jeder Schlaufe auch der Motivation der Eindringlinge mehr auf die Spur. Zusätzlich verkompliziert wird die Sache, als er plötzlich nicht mehr der einzige ist, der sich der Zeitschlaufe bewusst wird. Aus einem simplen „Nächster Durchlauf“ wird ein spannendes Katz und Maus Spiel in mehreren Versuchen.

    Im ganzen Zeitchaos bleiben allerdings die Charaktere leider auf der Strecke. Sie dienen lediglich als Schachfiguren um die Idee umzusetzen, bringen aber nur wenig eigenen Persönlichkeit mit. So sind auch viele der Dialoge am Ende zwar plotlastig, aber nicht wirklich emotional realistisch.

    Dies macht ARG nicht unbedingt zu einem Must-See für jedermann, aber wer ein Ding für Thriller-Sci-Fi und Zeitreisen hat kann auf jeden Fall einen Blick darauf werfen.

    Der gelungene Umgang mit den verschiedenen Zeitdurchläufen macht nämlich auch das etwas schwache Ende durchaus wieder wett.

    Fazit

    Wer ein Ding für Thriller-Geschichten mit Zeitschlaufen kann auf jeden Fall einen Blick auf ARQ werfen, der zwar nicht perfekt ist, aber interessanten Kniffe mit sich bringt.

    3/5 Sterne

    ARQ (2016). Regisseur: Tony Elliott, USA.

  • Halloween-Special: Top 7 Indie-Horrorfilme auf Netflix

    Halloween-Special: Top 7 Indie-Horrorfilme auf Netflix

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    Keine Zeit mehr gehabt Halloween-Filme zu besorgen, aber ein Netflix-Abo? Dann hier die Notfall-Liste mit sehenswerten Indie-Filmen auf NetflixDE.

    Zu Halloween springen die Horrorlisten wieder wie Pilze aus dem Boden und ich wollte auch mitmischen. Damit diese aber wenigsten etwas anders wird: Hier meine Tipps speziell für Netflix-Besitzer, die mal einen Horrorfilm ausserhalb der altbekannten Klassiker sehen wollen. Reihenfolge ist beliebig. (Und für Nicht-Netflix-Besitzer, dürften alle Filme auch sonst wie erhältlich sein.)

    1. The Crazies (2010) – Reg. Breck Eisner
    Statt riesigen Zombiemassen, setzt The Crazies auf weniger, dafür umso intensivere Zombie-Begegnung. Obwohl ein Remake eines Romero-Klassikers, sticht The Crazies aus der Masse von beliebigen Zombiefilmen deutlich heraus.

     

    2. The Invitation (2015) – Reg. Karyn Kusama
    Dinner-Partys können sich manchmal von selbst schon zum Horror entwickeln. Wenn einige der Anwesenden aber noch unschöne Ziele verfolgen, wird der Abend definitiv ungemütlich. Dialoglastig und wunderbar subtil. Volles Ziprett Review hier.

     

    3. Hush (2016) – Reg. Mike Flanagan
    Eher Thriller als Horror, aber trotzdem erwähnenswert. Klassische Story mit frischen Wind in der Umsetzung. Besonders erfrischend: Verzichtet für einmal auf den Einsatz von sexueller Gewalt trotz männlichem Angreifer und weiblicher Hauptdarstellerin. Volles Ziprett Review hier.

     

    4. V/H/S (2012) – versch. Regisseure
    Eine Sammlung mehrerer Kurzfilme zusammengehalten von einer losen Rahmengeschichte. Von Ghost- bis Killerstories, von subtil bis Splatter bietet V/H/S dabei ein breites Spektrum. Jedes Kurzsegement stammt von einem anderen Regisseur.

     

    5. Zombieland (2009) – Reg. Ruben Fleischer
    Darf es etwas weniger ernst sein? Dann ist Zombieland nach Shaun of the Dead die zweitbeste Zombiekömodie.

     

    6. Cabin in the Woods (2011) – Reg. Drew Goddard
    Lieber etwas intelligenteren Humor? Dann hier eine der besten Horror-Komödie schlechthin. Nimmt ziemliche alle bekannten Horror-Klischees und dreht sie durch den Fleischwolf. Eine Gruppe Teenager geht in den Wald und … mehr zu verraten würde den Film zerstören. Also am besten nicht mal den Trailer, sondern einfach gleich den Film anschauen.

     

    7. Borgman (2013) – Reg. Alex van Warmerdam
    Wer die Schnauze voll hat von all den klassichen Horrormonstern, Geistern und Serienkillern dürfte mit dem niederländischen Borgman Abwechslung finden. Ein Ehepaar lädt sich unbewusst den Teufel ins Haus ein, dieser zerstört die Familie durch gezielte emotionale Manipulation von Innen. Bitterböse moderne Sagenerzählung, erfrischend anders. Volles Ziprett Review hier.

     

    Ehrenplatz: Shaun of the Dead (2004)
    Wers schon gesehen hat weiss weshalb, wer DIE Horrorkomödie noch nicht gesehen hat: Anschauen.

     

    (Titelbild: Szene aus Borgman)

  • Borgman – moderne Version einer Teufels-Sage [Review]

    Borgman – moderne Version einer Teufels-Sage [Review]

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    Das dunkle Mächte ein Haus nur betreten können, wenn sie eingeladen werden, ist ein uraltes Sagenmotiv. Der niederländische Regisseur van Warmerdam schafft mit Borgman eine moderne Version davon, ganz ohne Spektakel, dafür bitterböse.

    Eine gut betuchte Familie mit grossem Anwesen, Mutter, Vater, drei Kinder, Nanny und Gärtner. Wie aus dem Katalog. Eines Abend taucht jedoch der Landstreicher Camiel vor Richards und Marina Haus auf und bittet nach einem Bad und Essen. Als er eine gemeinsame Vergangenheit mit Marina andeutet, rastet Richard aus und richtet den Bittsteller übel zu. Scheinbar angetrieben von Schuld bringt ihn Marina daraufhin heimlich für eine Nacht im Gartenhaus unter. Und holt sich damit den Teufel ins Haus, der von nun an Schritt für Schritt die Familie von Innen zerstört.

    Das Ausnutzen von Richards unbeherrschtem Temperament ist dabei nur der erste Schritt von seinem gezielten Spiel mit Schwächen und Begierden. So fällt Borgman eher in die Kategorie Drama als Horror. Spielt hier doch nicht übersinnliches oder Schockeffekt die Hauptrolle. Tatsächlich bedient sich Camiel fast ausschliesslich modernen, weltlicher Methoden um an sein Ziel zu kommen, wozu er eine Trupp an Helfer an seiner Seite hat. So ist es auch nie Ziel des Filmes eine vollendet Erklärung aller Geschehnisse zu liefern.

    Während die Charaktere immer mehr den Boden unter den Füssen verlieren, geht es dem Zuschauer genau gleich. Regisseur Alex van Warmerdam versteht es meisterhaft visuell irritierende Details einzubauen und Alltagshandlungen in sich zu verdrehen. Konstant fragt man sich so, was hier eigentlich vor sich geht. Eigentlich will man mit dem Ehepaar sympathisieren, aber Camiels gezielte Ausnutzung ihrer Schwächen zeigt deutlich die Risse unter der perfekten Oberfläche.

    Dabei entwickelt sich durch all die seltsamen Vorkommnisse immer wieder Szenen von nordisch dunklem Humor. Anders als bei offensichtlichen schwarzen Komödie, fühlt man sich hier beim Lachen aber häufig wie als Mittäter ertappt und dadurch gelungen zusätzlich irritiert

    Visuell gleich sich der Film der Gestaltung der geordneten Struktur des Familienhauses an. Unaufgeregt und erbarmungslos verfolgt die Kamera das Geschehen.

    Fazit
    Borgman ist verstörend ohne zu schockieren, zugleich komisch und unheimlich, vor allem aber eine erbarmungslose Zerlegung der Schwächen einer scheinbar perfekten Familie. Eine Art moderne Märchen-Erzählung des Teufels, den man besser nicht in das eigenen Familienhaus einlädt.

    4.5/5 Sterne 

    Borgman ist aktuell auf Netflix.

    Borgman (2013), Regisseur: Alex van Warmerdam, Niederlanden/Belgien/Dänemark. 

  • Lady Macbeth [Review/ZFF] – historisches Kammerdrama

    Lady Macbeth [Review/ZFF] – historisches Kammerdrama

     

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    Was nach einer kitschigen Romanze klingt, ist ein ernstes Portrait einer jungen Frau im 19. Jahrhundert, die eingeengt, unterdrückt und in die Ecke gestellt zu drastischen Massnahmen für ihre Freiheit greift.

    Katherine wird jung mit dem viel älteren Alexander verheiratet. Dieser will lediglich die unbesetzte Rolle der Ehefrau besetzten und zeigt ansonsten keinerlei Interesse an ihr. Im Haus soll sie bleiben und die Bibel studieren. Nicht einmal zum gemeinsamen Geschlechtsverkehr ist er fähig, um den gewünschten Erben zu zeugen. Als sowohl ihr Ehemann, als auch der Schwiegervater Katherine für eine längere Reise alleine ihm Haus zurücklassen, nutzt Katherine die Gelegenheit endlich nach draussen zu kommen. Dabei lernt sie den neuen Stallburschen Sebastian kennen, der ungeahnte Leidenschaft in ihr entfacht.

    Regisseur William Oldroyd verzichtet auf einer Zeichnung von Katherine vor ihrer Hochzeit. Der Film fokussiert auf ihren Leidensweg und den daraus folgenden Handlungen. Überhaupt finden keine grossen Erläuterungen statt. So wird vom Publikum auch eine selbständige Einordnung in den historischen Kontext und den damit verbundenen Rollen von Mann und Frau verlangt. Wer sich damit kaum auskennt, dürfte Katherines Handlung weniger nachvollziehbar finden. Als Ehemann und Schwiegervater zurückkehren ist sie nämlich nicht mehr so rasch bereit ihre neu erfahrene Freiheit wieder aufzugeben.

    Florence Pugh gelingt es hervorragend Katherine Innenleben hinüber zu bringen. Ihre Hilflosigkeit, Langweile, Isolation und schliesslich zunehmende Verzweiflung und Kämpferwille während immer mehr Verstrickungen zu einer Spirale aus immer kälteren Folgetaten führen.

    Genauso subtil wie der Erzählstil ist die Musik. Nur selten eingesetzt, bleibt sie im Hintergrund, zeichnet aber dennoch markant die Szenen. Die Kamera ist stets nah bei den Charakteren, nimm ihre Perspektiven ein. So auch die einengende Wirkung des Hauses auf Katherine. Opulentes schwelgen im historischen Setting findet man in Lady Macbeth folglich nicht. Düster, eng und rustikal wirkt die Ausstattung.

    Grandios sind auch Paul Hilton und Christopher Fairbank als Ehemann und Schwiegervater. Beide Figuren wirken absolut abstossend, verkommen aber  dennoch nicht zu blossen Klischeeschablonen.

    Sie werden allerdings überstrahlt von Naome Ackie als Dienerin Anna, die sich unschuldig mitten in den Geschehnissen wiederfindet. Naomi bringt eine unglaubliche Präsenz mit, die trotzt nur wenigen Szenen sofort Interesse für Ana weckt.

    Fazit

    Lady Macbeth ist die Geschichte einer jung verheirateten Frau im 19. Jahrhundert, die verloren, isoliert und eingeengt mit drastischen Handlungen gegen ihre Umwelt ankämpft. Ein beeindruckendes feines Kammerspiel fernab von historischen ausgeschmückten Epos-Dramen.

    4/5 Sterne

    Lady Macbeth lief am 12. Zurich Film Festival.

    UPDATE: Lady Macbeth läuft seit dem 17.08.17 in den Schweizer Kinos.

    Lady Macbeth (2016), Regisseur:William Oldroyd, UK.

  • Under the Shadow –  feiner psychologischer Horror [Review/ZFF]

    Under the Shadow – feiner psychologischer Horror [Review/ZFF]

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    Theran, 1980er Jahre, mitten im Irak-Iran Krieg. Shideh verbleibt mit ihrer Tochter alleine in der Wohnung, als seltsame Vorkomnisse sich häufen. Under the Shadow setzt wie The Babadook auf reale Ängste, die sich in Übersinnlichem verkörpern.

    Shideh fühlt sich eingeengt. Ihre Vergangenheit als politische Aktivistin hindert sie daran ihr Medizinstudium fortzusetzen und auf die Strasse kann sie nur mit angemessener Kopfbedeckung. Regelmässiger Bombonalarm prägt den Alltag der Familie. Als ihr Mann für den Krieg eingezogen wird, bleibt sie alleine mit ihrer Tochter in der Wohnung zurück.

    Über die Ängste des kleinen Mädchen schleicht sich aber bald eine weitere Präsenz in das Haus ein. Gleichzeitig verlassen immer mehr Nachbarn das Haus, um vor der steigenden Bombendrohung zu fliehen. So kreiert Regisseur Babak Anvari eine zunehmende Isolation von Mutter und Tochter. Zwischen Krieg, Unterdrückung und übersinnlicher Bedrohung zerfällt Shireh zunehmend im verzweifelten Versuch ihre Tochter zu schützen.

    Das eingedrungene Wesen tritt dabei nur selten, dafür absolut wirksam tatsächlich in Erscheinung. Begleitet von Wind und anderen unter die Haut gehenden Geräuschenz, in Gestalt von underbewussten Ängsten. Die lauernde Gefahr hat stets genug Präsenz, um den Zuschauer die Nackenhaare aufzustelle, ist aber zugleich so subtil, dass die generierten Ängste stets real wirken. Sie treibt langsam einen Keil zwischen Mutter und Tochter, weswegen Under the Shadow nicht nur Horrorfilm, sondern stellenweise auch Drama ist. Kein Wunder holte sich der Film am NIFFF die „Narcisse“ für den besten Spielfilm. Ein weltweiter Deal mit Netflix dürfte ihn zudem bald auf das Streamingportal bringen.

    Fazit

    Psychologischer Horror vom feinsten: Regisseur Babak Anvari schafft innerhalb des abgegenzten Mikrokosmos eines  Hauses eine unheimlich paranoide Stimmung mit einem grandiosen Darstellerduo.

    4.5/5 Sterne

    UPDATE: Under the Shadow ist jetzt auch auf Netflix DE.

    Under the Shadow läuft am 30.09.16 um 22:30 noch einmal am Zurich Film Festival.

    Under the Shadow (2016), Regisseur: Babak Anvari, Iran/Jordan/Qatar/UK.

  • #Horrorctober 2016 Watchlist

    #Horrorctober 2016 Watchlist

    horrorctober-2016

    Oktober ist Horrorzeit. Cinecouch organsieren wieder den HORRORCTOBER. Wer mitmachen will, sucht sich 13 Filme, Seriens oder Games aus und schaut diese im Oktober. Diese Jahr habe ich es endlich geschafft eine Liste für mich zusammen zu stellen.

    Folgende Horrofilme sind für den Oktober geplant (und je nachdem werde ich auch darüber schreiben):

    Die Klassiker, die ich schon lange mal sehe sollte:
    1. Friday the 13th (1980)
    2. Dawn of the Dead (1978)
    3. Frankensteins Braut (1935)

    Filme von meiner To-See Liste:
    4. Spring (2014)
    5. A Girl Walks Home Alone At Night (2014)
    6. Stage Fright (2014)
    7. The Witch (2015)
    8. The Hallow (2015)
    9. Housebound (2014)
    10. Banshee Chapter (2013)

    Ein Indie-Game:
    11. Layers of Fear: Inheritance

    Listenfüller, die grade auf Netflix sind:
    12. The Collection (2012)
    12. Citadel
    13. Annabelle (2014)

    Jemand von euch auch dabei? Tipps als Ersatz für die Netflixlückenfüller?

    Update 18.10: Habe „Citadel“ auf Netflix entdeckt und mit Freuden The Collection dadurch ersetzt.

  • Girl Asleep – schrullige Coming-of-Age Story [Review/NIFFF]

    Girl Asleep – schrullige Coming-of-Age Story [Review/NIFFF]

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    Bald 15 Jahre alt, neue Schule, neue Bekanntschaften und mitten in der Pubertät fühlt sich sich Greta nicht gerade auf dem Höhepunkt ihres Lebens. In der Schule verscherzt sie es sich mit den poplären Mädchen, weil sie lieber mit dem Einzelgänger Elliott abhängt. Als ihre Eltern darauf bestehen ihr zum 15ten eine gewaltige Geburtstagsparty zu organisieren, hält sich ihre Begeisterung somit in Grenzen. Die eigentliche Überraschung steht Greta aber noch bevor, als sich die Party plötzlich zum Trip in eine Parallelwelt entwickelt. In dieser sieht sie sich direkt mit ihren Problem konfrontiert und muss sich ihren Ängsten stellen.

    Girl Asleep beruht auf dem gleichnamigen Theaterstück von Matthew Whittet. Innerhalb der Parallelwelt ist dies kaum übersehbar. Regisseurin Rosemary Myers setzt auf minimale Kostüme und Ausstattung. Die Botschaften hinter den Szenen sind dabei manchmal gar überdeutlich gezeichnet. Greta muss auf ihrer Reise durch den, mit diversen abstrakten Figuren bevölkerten, Wald, lernen mit ihren neuen Gefühlen umzugehen, die mit ihrer Entwicklung zur Frau einhergehen.

    Cinematographisch umso markanter ist dafür das Geschehen in der realen Welt. Meyers schöpft voll aus dem 70er Jahre Setting. Kräftige Pastellfarben und Symmetrien erinnern an Wes Anderson Filme wie The Grand Budapest Hotel (2014). Dazu passen die schrägen Charaktere, die ebenfalls aus einem Anderson Film stammen könnten. Hinter ihnen verbergen sich hervorragende Schauspieler, die ihren Doppelrollen in Real- und Parallelwelt allesamt tragen.

    Die Kombination aus diesen zwei unterschiedlichen Stilen macht Girl Asleep zu etwas Einzigartigem. Eine Geschichte über das emotionale Chaos, das Aufwachsen mit sich bringen kann, die heraussticht.

    Fazit
    Girl Asleep ist eine Parallelwelt-Reise durch die Pupertät, manchmal etwas gar simpel gezeichnet, aber dafür äusserst schrullig charmant.

    3.5/5 Sterne

    Girl Asleep lief am Neuchâtel International Fantasy Film Festival.

    Girl Asleep (2016), Regisseur: Rosmary Myers, Australien.

  • The Invitation [Review] – eine nicht so harmlose Dinner-Party

    The Invitation [Review] – eine nicht so harmlose Dinner-Party

    The Invitation Szenenebild

    Mit The Invitation ist Regisseurin Karyn Kusamas ein grossartiger psychologischer Thriller gelungen, der zum Glück weit weg von ihren letzten Filmen “Jennifers Body (2009)” und “Aeon Flux (2005)” liegt.

    Nach zwei Jahren Funkstille erhalten Will und seine Partnerin Keira eine Einladung von Wills Ex-Frau Eden. Eine Zusammenkunft des alten Freundeskreises soll es werden, der nach der tragischen Trennung von Will und Eden zerbrach.

    Die Dinner-Party startet erwartungsgemäss verklemmt, während alle versuchen an alte Zeiten anzuknüpfen. Dass Edens neue Freunde ganz anders sind als die alten, hilft dabei nicht. Genauso wenig wie die Tatsache, dass das Treffen im ehemaligen gemeinsamen Haus von Will und Edens stattfindet. Es beginnt ein Spiel um gegenseitige Verdächtigungen und Vergangenheitsbewältigung.

    Regisseurin Karyn Kusame setzt dabei ganz auf feine Details und Dialoge. Diese werden von den hervorragenden Schauspielern bestens getragen. Während manche Rollen wie Keira eher blass bleiben, stechen anderen wie Eden und ihre neuen Freunde umso mehr heraus. Kusame gelingt es über den ganzen Film hinweg ein Gefühl von Unsicherheit und Unwohlsein aufrecht zu erhalten, das sich perfekt in die Geschichte eingliedert.

    Sie arrangiert geschickt ein Netz aus sozialen Rollen, Ansprüchen und Regeln, indem sich die Besucher gefangen fühlen, selbst als der Abend zunehmend ungemütlicher wird. Während alle Versuchen den Schein aufrechtzuerhalten, zweifelt Will zunehmend an seiner eigenen Wahrnehmung.

    Die Musik trägt im Hintergrund das Übrige dazu bei dieses Gefühl zu verstärken. Dezent und nur in dialoglosen Szenen präsent, entfaltet sie ihre Wirkung umso stärker.

    Trotzt des ruhigen Tempos lässt einem der Film somit nie in Ruhe, sondern behält den Zuschauer genauso wie Will in einem nervösen Zustand, bis hin zum rasanten Ende.

    Fazit
    The Invitation ist ein sehr ruhiger, subtiler Thriller, der durch ein stetiges Gefühl von Unwohlsein und starke Charakterinteraktionen sein langsames Aufbautempo wett macht.

    4/5 Sterne

    The Invitation ist momentan auf Netflix DE, sowie erhältlich auf Blu-Ray & DVD.

    The Invitation (2015), Regisseurin: Karyn Kusama, USA.

     

  • The Handmaiden [Review/NIFFF]

    The Handmaiden [Review/NIFFF]

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    Regisseur Park Chan-wook ist bekannt für Filme wie Oldboy (2003), Thirst (2009) oder Stoker (2013). Sein neuster Film The Handmaiden ist eine koreanische Interpretation des englischen Buches Fingersmith von Sarah Waters. Eine Intrigenspiel um Macht und Leidenschaft.

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